Koppo Ryu Jujutsu

 

Koppo Ryu Jujutsu ist unser umfangreiches Kampfkunstangebot für alle, die …

  • eine selbstverteidigungsorientierte Kampfkunst in ihrer Gänze erlernen wollen
  • technisch vielseitig interessiert sind
  • ein klassisches Umfeld (Training im Gi, Graduierungen, etc.) suchen

Erfahrt im folgenden mehr über Jujutsu an sich, warum Ihr vermutlich auch schon andere Schreibweisen gesehen habt und was es eigentlich mit diesem Koppo Ryu auf sich hat.

 

 

Jujutsu im Allgemeinen

 

Jujutsu ist eine japanische Nahkampf- und Selbstverteidigungskunst, die hauptsächlich unbewaffnet, im historischen Kontext aber auch unter Einbeziehung von Waffen und Gegenständen des täglichen Lebens ausgeübt wurde und unter diesem Begriff bereits im 17. Jahrhundert erwähnt wird. Ihre Wurzeln liegen in weit älteren Kampfkünsten, die bis nach China und von dort nach Indien zurück zu verfolgen sind.  

 Jujutsu beinhaltet: .

  • Schlag- und Tritttechniken
  • Festlege- und Transporttechniken
  • Würgetechniken und Nervenstimulationen 
  • Wurftechniken
  • Hebeltechniken 
  • Stand- und Bodenkampf

Über Jahrhunderte hinweg wurde Jujutsu in unzähligen Kämpfen erprobt und perfektioniert, untaugliche Techniken blieben meist mit ihrem Anwender auf der Strecke. Erst mit der Verbreitung von Schusswaffen im 19. Jahrhundert und vor allem durch die enorme „Verwestlichung“ in der Meiji-Periode ab 1868, in der alles traditionell Japanische als rückständig betrachtet wurde, verlor die „sanfte Kunst“ mehr und mehr an Bedeutung. Dennoch aber geriet sie nicht gänzlich in Vergessenheit und fand Anfang des 20. Jahrhunderts ihren Weg nach Europa, wo sie bis dato mehr oder minder unbekannt war.

 

Gab es aber bereits in Japan nicht nur das eine, überall gleiche Jujutsu, sondern eine Vielzahl von Schulen (Ryu), die jeweils ihre eigene Gewichtung auf verschiedene Bestandteile des Jujutsu legten, so ist es nicht verwunderlich, dass es sich in der Folge auch in den einzelnen Ländern unterschiedlich entwickelte – zum einen aufgrund des Erlernten jener, die zur Verbreitung im jeweiligen Land beitrugen, zum anderen durch den Einfluss und die Erfahrung derer, die sich für die Kunst interessierten.

 

 

Heutzutage wird Jujutsu wieder vielerorts gelehrt, meist jedoch eher im sportlichen Kontext und in der meist gebräuchlicheren Schreibweise „Jiu-Jitsu“.

 

 

Jujutsu, Jiu-Jitsu, Ju-Jutsu oder doch eher Dschiu-Dschitsu

 

Zumindest die ersten 3 Schreibweisen kommen im westlichen Kulturkreis oftmals vor, die vierte, die zumindest am unterhaltsamsten ausschaut, ist tatsächlich kein Witz, sondern war eine gängige Schreibweise in Deutschland Anfang des letzten Jahrhunderts. Doch was ist richtig?

 

Nun – an sich ist die Frage einfach geklärt: Richtig ist 柔 術 (natürlich untereinander) – zumindest wenn man von der japanischen Kampfkunst spricht.

 

Das Problem, dass in erster Linie zu den unterschiedlichen Schreibweisen führt, ist die Transkription der japanischen Zeichen in lateinische Buchstaben anhand der Aussprache des Wortes. Nach dem heute üblichen System wird 柔 als Ju und 術 als Jutsu transkribiert – Jujutsu ist also eigentlich korrekt. Nichtsdestotrotz ist Jiu-Jitsu die weitaus verbreiterte Schreibweise, basiert aber lediglich auf einem früheren Transkriptionsfehler. Tatsächlich bedeutet Jitsu – zumindest unter Heranziehen des gängigen Transkriptionssystems – „Wahrheit“ und nicht „Kunst“ und wird durch ein völlig anderes Kanji dargestellt.

 

 

In unseren Landen wird das Chaos dann endgültig perfekt durch das in den 60er Jahren kreierte Ju-Jutsu – eine rein deutsche Erfindung, bei deren Namensgebung man allerdings keine große Kreativität besaß. Außerhalb unserer Landesgrenzen ist es daher nur schwer zu erklären, dass die Begriffe Jujutsu/Jiu-Jitsu und Ju-Jutsu unterschiedliche Dinge bezeichnen sollen. Und ein Japaner versteht schon überhaupt nicht, wovon wir reden, klingt doch alles (richtig ausgesprochen) nach 柔 術.

 

 

Koppo Ryu

 

Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, gibt es nicht das eine Jujutsu, sondern eine Vielzahl von Stilen, die jeweils unterschiedliche Dinge priorisieren. Darüber hinaus hat sich Jujutsu außerhalb Japans in unterschiedliche Richtungen entwickelt.

 

Koppo Ryu Jujutsu ist kein alttraditioneller Jujutsu-Stil, basiert aber in vielerlei Hinsicht auf den Ideen des Koppojutsu (die Kunst des Gelenkebrechens) und hat hier unter anderem seine historischen Wurzeln, auf die denn auch namentlich hingewiesen wird.

Eben diese Ideen des Koppojutsu aufgreifend wurde vor Allem durch Alfred Gugel seit den 70er Jahren ein Jujutsu/Jiu-Jitsu unterrichtet, dass die sportliche Komponente gänzlich ausklammerte und stark geprägt war von Hebel- und Kontrolltechniken kleiner Gelenke (Finger, Handgelenke), deren primäres Ziel aber im Gegensatz zu historischen Zeiten natürlich nicht mehr in der dauerhaften Schädigung der Gliedmassen lag. Es unterschied sich teils gravierend von dem bis dato gängigen Jiu-Jitsu in Deutschland. Um auf diesen Unterschied hinzuweisen und vor allem, um sich von der gerade populär werdenden rein deutschen „Erfindung“ des Ju-Jutsu abzugrenzen, entschied man sich seinerzeit für den Namenszusatz Nippon Jiu-Jitsu.

 

 

Mittlerweile ist Alfred Gugel längst verstorben, sein Erbe aber lebt weiter und wird von diversen Lehrern fortgeführt – von einigen weithin unter dem Namen Nippon Jiu-Jitsu, von anderen, aufgrund differierender Trainingsauffassung und teils anderer Ansätze, unter dem Namen Koppo Ryu Jujutsu.

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